Kaffeeanbaugebiete auf der Welt

Brasilien, Kolumbien, Äthiopien – es gibt so viele Länder, die für Kaffeeanbau berühmt sind.

Doch welche Länder und Kontinente verfügen über die größten Kaffeeanbaugebiete? Das beantworten wir euch ausführlich in diesem Artikel.

Beitragsfoto Kaffee Anbaugebiete

Äthiopien

Äthiopien ist das Ursprungsland des Kaffees und der Arabica-Bohne.

Wegen der guten Verträglichkeit und geschmacklichen Vielseitigkeit sind Arabica-Bohnen bei uns besonders beliebt (ob bei der Zubereitung in der French Press, als Filterkaffee oder im Vollautomat).

Auch wenn wir Äthiopien in unserer Auflistung als erstes nennen – das Land ist nicht der größte Exporteur von Kaffee, bzw. nicht mehr. Denn einst dominierte Äthiopien die Kaffeeproduktion weltweit.

Interessanter Funfact: Die Einwohner Äthiopiens lieben Kaffee! Denn sie konsumieren mehr, als sie exportieren. Das ist bei unserem nächsten Land schon anders:

Brasilien

Brasilien ist der weltgrößte Kaffeeexporteur. Daher folgt das Land gleich an zweiter Stelle unserer Auflistung der größten Kaffeeanbaugebiete der Welt hinter dem “Ursprungsland” Äthiopien.

Ein paar Fakten zu Brasilien:

  • In diesem Land trinken die Einwohner “nur” die Hälfte des Ertrags selbst
  • Die andere Hälfte wird exportiert
  • Der größte Abnehmer ist Deutschland
  • Brasilien ist weltgrößter Kaffeeexporteur
  • Schon lange auf Platz #1
  • Riesige 2.085.522 Hektar Erntefläche
  • Örtlicher Schwerpunkt ist São Paulo mit seinem Hochland
  • Über 300.000 Kaffeefarmer
  • Bedeutet jährlich mehr als 45.000.000 Säcke mit je 60-Kilogramm Kaffee
  • Profitiert von guten klimatischen Bedingungen, die relativ stabile Ernte ermöglichen
  • Auch typisch brasilianisch sind Hochlandkaffees, Santo- & Bourbon-Santo-Bohnen
  • Geschmack meist mild, süßlich, säurearm
  • 80% sind Arabica-Bohnen

Indonesien

Indonesien ist auf Platz zwei der größten Anbaugebiete von Kaffee weltweit.

Besonders: Die Indonesier schätzen individuelle und besondere Anbaumethoden mehr als Massenproduktion. Dass sie dennoch soviel Kaffee anbauen können, verdanken sie vielleicht auch dem folgenden Aspekt:

Typisch für das Land sind Robusta-Bohnen, und diese sind – namensgetreu – nicht so empfindlich. Das bedeutet auch, dass die Crema länger hält. Wir hierzulande verwenden sie auch daher besonders gerne im Espressokocher und Siebträger, aber auch im KVA (Kaffeevollautomaten).

Der etwas bittere Geschmack der Robusta-Bohnen hat im Süden Europas viele Anhänger. Bei uns landen dagegen mehrheitlich die bereits oben genannten Arabica-Bohnen in der elektrischen oder Handkaffeemühle. und später in der Kaffeetasse.

Weitere Facts über Indonesien:

  • Bepflanzt werden in diesem Land für Kaffee rund 1.240.900 Hektar Fläche
  • Kaffee von den Inseln Indonesiens meist säurearm (ideal für magenempfindliche Kaffeeliebhaber)
  • Nur in Sumatra wird die Giling Basah Methode verwendet (Kaffeekirschen werden nass geschält)
  • Bekannt für den sehr speziellen & sündhaft teuren Katzenkaffee “Kopi Luwak”

Kolumbien

Kolumbien steht meist im Schatten Brasiliens, wenn über die größten Anbaugebiete für Kaffee diskutiert wird. Dennoch gehört die Kaffeeproduktion in Kolumbien ebenfalls zu den weltgrößten. Südamerika ist generell ein absoluter Big Player.

Facts zu Kolumbien:

  • Kaffee-Gigant neben Brasilien
  • Seit vielen Jahren unter den Top 3-Produzenten-Ländern
  • 771.728 Hektar mit Kaffeepflanzen bewirtschaftet
  • 12.500.000 Säcke Ertrag pro Jahr mit je 60-Kilogramm
  • Fast nur Arabica-Kaffee, nass aufbereitet
  • Örtlicher Anbau-Schwerpunkt liegt in Caldas, Quindio & Risaralda
  • Daher auch der Name “Kaffeedreieck”
  • Besonderheit: 2x/Jahr Ernte (März – Juni, September – Dezember)
  • Geschmack: Ausbalancierter Säuregehalt
  • Geschmacksnoten sind gerne nussig, schokoladig, oder auch karamellig
Weltkarte
Vor allem in Südamerika wird viel Kaffee angebaut.

Ecuador

Ecuador ist nicht so bekannt für Kaffee, wie die zuvor genannten Länder. Dennoch ist es eine sehr hohe Qualität, die aus dem bekannten Dorf Vilcabamba kommt. Der Name steht für „Das heilige Tal“ und liegt auf 1.500 Metern Höhe.

Mexiko

  • Mexico ist Heimat der „Elefantenbohne“
  • Vermehrt Anbau von Arabica-Bohnnen
  • 700.117 Hektar Anbaufläche
  • Pro Jahr 3.900.000 Säcke á 60-Kilogramm-Säcke Rohkaffee
  • Die beliebte sogenannte “Kaffeestraße” („Rut del Cafe“) – Stolz der Mexikaner – führt durch die Anbaugebiete in Mexiko
  • Wichtigste Gebiete sind hier Chiapas, Veracruz, Oaxaca, Soconusco
  • Bekannt ist das Land auch für den Einsatz von Bienen in der Bekämpfung von Schädlingen
  • Dennoch haben die örtlichen Kaffeebauern öfters mit anderen Problemen zu kämpfen (keine gute Infrastruktur, sowie Mangel an Support bei Technik und Geldern)
  • Geschmack und Bekömmlichkeit: Wenig säure, aber herb und würzig oft

Vietnam

  • Vietnam ist der größte Exporteur für Robusta-Bohnen
  • Robusta-Bohnen verfügen über höheren Koffeingehalt als Arabica, genau genommen ungefähr doppelt so viel (mehr zum Thema Koffeingehalt von Kaffee hier)
  • Typische Anbauregionen: Đắk Lắk, Gia Lai, Duong Lam, sowie Kon Tum
  • Geschmacklich häufig Nussnoten oder Schokoladennoten
  • Holt auf im Ranking der größten Produzenten von Kaffee
  • Vorrangstellung in Bezug auf Kaffeeproduktion auf dem asiatischen Kontinent
  • Inzwischen gibt es 584.600 Hektar für Kaffee als Fläche in Vietnam
  • Die Anbaufläche ist allerdings von der Regierung begrenzt
  • Ziel der Eingrenzung ist es offenbar, einem zwischenzeitlichen Vorwurf des “Preis-Dumpings” entgegenzuwirken

Indien

  • Anbaugebiete liegen vermehrt im Süden
  • Namentlich zählen dazu Tamil Nadu und Kerala
  • Spezielles würziges, komplexes Aroma, welches auf die Besonderheiten beim Transport damals zurückzuführen ist und inzwischen ein Charakteristikum bildet (Monsooned Methode)
  • Früher waren die Bedingungen deutlich schwieriger (wochenlanger Seeweg & Monsun)
  • Geschmack und Bekömmlichkeit: Holzig und säurearm

Honduras

  • Vornehmlich ökologischer Anbau
  • Meist Arabica-Bohnen
  • Anbaugebiete liegen in Copán, Montecillos und Agalte (verstreut im Land)
  • Von November bis April wird in Honduras Kaffee geerntet
  • Geschmack und Bekömmlichkeit: Vielseitige Geschmacksrichtungen, teils fruchtig bis schokoladig, ausgeprägter Säuregehalt

Peru

  • spielt lange nicht so eine große Rolle wie beispielsweise Brasilien in der Quantität der Kaffeeproduktion
  • dennoch Heimat einer der teuersten Kaffee-Sorten der Welt (“Satipo”)
  • Fokus auf Arabica-Bohnnen
  • Ernte-Zeitraum ist Mai – September
  • Rund 9/10 vom Kaffee in Peru wird auf 120.000 kleinen Farmen angebaut mit je 2 Hektar Größe
  • Örtlicher Schwerpunkt für den Kaffeeanbau in Peru ist der Norden des Landes

Guatemala

  • Verschiedene Klima-Zonen im Land, welches in Mittelamerika liegt
  • Das sorgt für verschiedene Geschmacksrichtungen beim Kaffee
  • Die Bauern profitieren von den Höhenlagen und dem vulkanischen Boden
  • Das Land war früher mal für den hochwertigsten Kaffee weltweit bekannt
  • Eine Zeitlang wurde der Kaffeeanbau jedoch nicht priorisiert, weshalb man den Ruf etwas verlor
  • Zuletzt hat man in Guatemala wieder mehr Energie in den Anbau gesteckt
  • Es sind vorwiegend Kleinbauern, die den Kaffee anbauen
  • Die meisten von ihnen haben ein bis zwei Hektar Land zur Verfügung
  • Guatemala insgesamt hat 270.000 Hektar Fläche für Kaffeeanbau

Exkurs

Welche Bedingungen brauchen Kaffeepflanzen zum Wachsen?

  • Ein subtropisches und tropisches Klima.
  • Dies finden wir nur zwischen dem 23. nördlichen und dem 25 südlichen Breitegrad vor

Quellenangaben:

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